Spazierengehen und wandern als neuer Trend zu Coronazeiten. Doch welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Tierwelt? Ein Naturpark-Ranger klärt auf.
Der Besucherandrang in den Wäldern hat durch die Krise zugenommen, denn die Menschen zieht es verstärkt raus in die Natur. Diese Entwicklung ist auch im gesamten Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald zu spüren.
So auch im Naturschutzgebiet „Doost“, das schon im Jahr 1937 als Naturschutzgebiet ausgerufen wurde. Auf einer Fläche von rund 11 Hektar finden die Spaziergänger dort Gewässer, Findlinge und Natur pur.
Doch wie reagieren eigentlich die heimischen Tiere auf das erhöhte Besucheraufkommen? Naturpark-Ranger Heiko Hoffmann, der seit rund zehn Jahren im Naturschutz arbeitet und seit August vergangenen Jahres im Nördlichen Oberpfälzer Wald tätig ist, betont, dass ein erhöhter Besucherandrang vor allem eines für die Tiere bedeute: Stress!
Denn die Tiere wittern uns, hören uns und gehen dann sofort auf Fluchtdistanz. Und je mehr Menschen unterwegs sind, desto weniger Rückzugsräume haben die Tiere. Damit die Rückzugsräume der Tiere nicht noch kleiner werden, sei ein achtsamer Umgang mit der Natur besonders wichtig, erklärt Naturpark Ranger Heiko Hoffmann. Den meisten Besuchern sei das glücklicherweise auch bewusst. Dennoch gebe es immer mal wieder den Fall, dass sich die Menschen nicht ans Wegegebot halten, auf Findlinge klettern und einen Besuch im Wald als Erlebnistourismus sehen.
Oberstes Gebot ist also: Auf den vorgeschriebenen Wegen zu bleiben – und nicht querfeldein durch den Wald zu spazieren. Und das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Hunde. Heiko Hoffmann rät, seine Hunde an der Leine zu lassen. Denn durch freilaufende Hunde würden beispielsweise die Bodenbrüter gestört werden. Das sei gerade jetzt im Frühjahr – aber auch noch im Sommer – ein großes Thema. Denn auch bei den Wildtieren beginne jetzt die Setzzeit.
Zwar ist die Natur ein Erholungsort für uns Menschen, aber was wichtiger ist: Die Natur ist der Lebensraum vieler Tiere – und deswegen muss sie – egal ob mit oder ohne Corona – von uns geschätzt und geschützt werden.
(cg)