Mo., 25.04.2022 , 11:54 Uhr

Flossenbürg

Schmerz beim Erinnern: 77. Gedenktag zur KZ-Befreiung

Der 23. April 1945: der Tag an dem die US-Armee im KZ Flossenbürg 1.500 todkranke Menschen vorfand und sie befreite. Dem wurde zum 77. Mal gedacht.

Mindestens 30.000 Menschen sind im Konzentrationslager Flossenbürg ermordet worden. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die verbliebenen Häftlinge auf Todesmärsche geschickt. Etwa 1.500 Menschen, die zu alt oder zu schwach waren, sind zum Sterben zurückgelassen worden.

Die sind vor 77 Jahren von der US-Armee befreit worden. Daran wurde auch gestern wieder in der Gedenkstätte gedacht – gemeinsam mit sechs Überlebenden. Darunter Josef Salomonovic. Das Erinnern bereite Schmerzen. Er schildert, dass vor allem die Nächte am schlimmsten seien. Wenn das Erlebte durch Gedenkveranstaltungen, Interviews oder Ähnliches wieder aufgerissen wird, arbeitet das nachts im Unterbewusstsein weiter – trotzdem stellt er sich dieser Aufgabe regelmäßig.

Salomonovic wurde als dreijähriger Junge verschleppt. Er war in acht Konzentrationslagern und musste dabei auch mit ansehen, wie sein Vater ermordet wurde.

Russische Vertreter ausgeladen

Den Opfern des Konzentrationslagers haben der Gedenkstättenleiter von Flossenbürg Jörg Skriebeleit, Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und die Staatsministerin für Kultur, Claudia Roth in ihren Reden gedacht sowie rund 500 anwesende Gäste bei den Kranzniederlegungen mit anschließender Schweigeminute.

Der Gedenktag stand außerdem unter dem Zeichen des Angriffskriegs auf die Ukraine. Man hat es laut Gedenkstättenleiter für eine Zumutung für Ukrainer gehalten, wenn Vertreter des russischen Staates gekommen wären. Aus diesem Grund sind sie offiziell ausgeladen worden. Angehörige russischer und belarussischer Opfer des NS-Regimes waren ausdrücklich willkommen.

Beim Gedenkakt hat man laut Skriebeleit eine Botschaft gesendet für Toleranz und dafür, dass das Mantra des „Nie wieder“ auch für Angriffskriege gelte.

(tw)

77. Gedenktag Befreiung Claudia Roth Flossenbürg Gedenkakt Karl Freller KZ Nationalsozialismus NS Oberpfalz Oberpfalz TV OTV OTVA Skriebeleit Tim Wehinger Überlebende US-Armee

Das könnte Dich auch interessieren

17.02.2025 Ausstellungseröffnung „In uns der Ort“ Vernissage der Ausstellung „In uns der Ort“ in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Die Ausstellung zeigt Fotografien von der Künstlerin Renate Niebler. Auf den Fotografien sind ehemalige KZ-Häftlinge abgebildet. Im Mittelpunkt der Fotografien aus „In uns der Ort“ stehen die Überlebenden, aber auch die damit verbundenen Orte. Die Fotografien sind im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Deutschen Erd- und 28.03.2025 Krötenwanderung 2025 3.000 Frösche, Kröten und Molche. So viele Amphibien sammeln die 30 Ehrenamtlichen um Speckmannshof bei Amberg jährlich zwischen Mitte Februar und Ende April ein. Dafür laufen die Ehrenamtlichen die Schutzzäune ab, die sie errichtet haben, um die Tiere daran zu hindern auf die Straßen zu hüpfen. Zudem hat die Stadt Amberg Verkehrsschilder aufgestellt und eine 25.03.2025 80 Jahre danach – Dokumentationsreihe zum Ende des NS-Regimes Es ist 80 Jahre her, als das NS-Regime gefallen ist und die Alliierten Deutschland – und die Welt – von der Terrorherrschaft der Nazis befreit haben. Die Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg jährt sich zum Beispiel im April zum 80. Mal. Oberpfalz-TV produziert aus diesem Anlass eine zehnteilige Doku-Serie mit dem Namen „80 Jahre danach“. Start 31.01.2025 Start in Landkreis NEW: Fachstelle für pflegende Angehörige Die beiden Verantwortlichen der neuen Fachstelle im östlichen Landkreis Neustadt an der Waldnaab sind Tamara Bauer und Andreas Wagmüller. Ihre Büros sind in den jeweiligen Rathäuser der Kommunen, die sich daran beteiligen. Dazu gehören: Eslarn, Floß, Flossenbürg, Leuchtenberg, Moosbach, Tännesberg, Vohenstrauß und Waidhaus. Sollten pflegende Angehörige keine Zeit haben, in die Büros zu kommen, dann