Weiden
Zwanzig Jahre Einsamkeit – Wird die Seltmann-Villa endgültig vergessen?
Die Seltmann-Villa in Weiden – ein Ort mit Geschichte. 2025 jährt sich zum 20. Mal der Todestag von Maria Seltmann, der Witwe des Porzellanfabrikanten. Aus diesem Anlass forderte die Bürgerliste Weiden ein Update über den aktuellen Stand und die Zukunftspläne der Villa. Nun wurde das Thema im Stadtrat diskutiert.
Zukunft der Seltmann-Villa
Seit fast zwei Jahrzehnten steht die denkmalgeschützte Seltmann-Villa in Weiden leer. Auf ihren Mauern prangt die Botschaft: „Villa darf nicht sterben.“ Doch bisher gibt es weder eine konkrete Perspektive noch einen Käufer für das geschichtsträchtige Gebäude.
Die Porzellanherstellung zählt zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands – und die Firma Seltmann mit ihrer Villa war einst ein bedeutender Teil dieser Tradition. Heute liegt die Verantwortung über das 1926 erbaute Haus bei einer Erbengemeinschaft, zu der auch die Maria-Seltmann-Stiftung gehört.
Nun nahm sich der Weidener Stadtrat erneut der Frage nach der Zukunft des Gebäudes an.
Sanierungskosten und bisherige Hürden
„Eine umfassende Sanierung der Villa würde rund 5,5 Millionen Euro kosten. Seit Jahren gibt es weder private noch öffentliche Kaufinteressenten. Doch Oberpfälzer Architekten stellten dem Stadtrat erneut Nutzungsideen vor – darunter ein Kulturraum oder eine Tagespflegeeinrichtung. Trotz dieser Vorschläge bleibt die Zukunft des Gebäudes weiterhin unklar.
Weitere Themen im Stadtrat: Süd-Ost-Link
Neben der Seltmann-Villa war auch der geplante Verlauf der Süd-Ost-Link-Stromtrasse ein großes Thema. Die Leitung soll erneuerbare Energien aus Nord- und Ostdeutschland nach Bayern transportieren und dabei durch das Gebiet in Weiden führen. Bereits in früheren Sitzungen hatte der Stadtrat die Pläne der Bundesnetzagentur kritisch hinterfragt. Doch trotz bestehender Bedenken lehnte die Mehrheit der Stadtratsmitglieder eine Klage gegen das Vorhaben ab.
(ls)