
Weiden
Zurück an der Tabellenspitze – Weiden nutzt Rosenheimer Ausrutscher
Die Blue Devils haben Spiel eins nach dem Latta-Beben gewonnen. Gegen die Passau Black Hawks setzte sich der EVW mit 4:1 durch.
Sie wirkten definitiv noch nach in der Weidener Hans Schröpf Arena, die Ereignisse der vergangenen Tage. Nicht nur auf Social Media, auch im Stadion wurde fleißig über das Latta-Beben diskutiert. Die Mehrheit ist dabei der Meinung: Der Verein wird für so einen drastischen Schritt schon seine Gründe gehabt haben. Auf der anderen Seite, wünschten sich viele Fans aber auch mehr Licht im Dunkeln, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Die bisherigen Informationen waren doch sehr dünn und ließen viel Raum für Spekulationen. Spekulationen mit denen die Blue Devils auch gestern nicht ganz aufräumen konnten. Noch nicht. Die Situation werde nach wie vor intensiv intern aufgearbeitet, Details könnten auch aus rechtlichen Gründen noch nicht veröffentlicht werden. Gegenüber OTV wurde aber nochmal betont, dass der Schritt Ken Latta von seinen Aufgaben zu entbinden alternativlos gewesen sei. Auch der Zeitpunkt. Die internen Differenzen, auch und vor allem bezüglich der langfristigen Kaderplanung und -zusammenstellung seien einfach zu groß gewesen. Auch Stimmungen innerhalb der Mannschaft sollen eine Rolle gespielt haben. Die Entscheidung habe die gesamte Führungsetage der Blue Devils gemeinsam getroffen. Bezüglich Louis und Nick hieß es gestern: Da seien in den vergangenen Tagen Undiszipliniertheiten an den Tag gelegt worden, die von Vereinsseite unmöglich zu akzeptieren waren. Eine solche Eskalation war von Seiten der Blue Devils niemals beabsichtigt gewesen, aber auch die Entscheidung bezüglich der Latta-Söhne sei alternativlos gewesen.
So viel dazu, Eishockey wurde ja auch noch gespielt gestern und da war natürlich spannend zu sehen, wie die Mannschaft mit der Situation umgeht. Immerhin verliert sie ihren Kapitän und einen ihrer besten Spieler. Die 37 Scorerpunkte die Nick Latta in 22 Spielen aufgelegt hat sind schon eine Hausnummer. Das musst du als Mannschaft erst mal auffangen. Der Start in die Partie gegen Passau machte die Situation der Blue Devils dann nicht unbedingt einfacher. Nach gut vier Minuten konterten die Black Hawks den EVW aus und gingen überraschend durch Sergej Janzen mit 1:0 in Führung. Ein Schock, den die Hausherren erst mal verdauen mussten. Mitte des ersten Drittels fingen sich die Weidener aber wieder und begannen jetzt richtig Druck zu machen. Passau konzentrierte sich defensiv gut zu stehen und über Konter für Gefahr zu sorgen. Umso länger das Spiel dauerte, umso weniger Entlastung schafften die Passauer durch Umschaltsituationen zu erzeugen. Aber: Sie führten weiterhin. Weil das Passauer Tor wie vernagelt war. Ein überragender Raphael Fössinger zwischen den Pfosten und mehrfach das Aluminium verhinderten den Weidener Ausgleich. Für die Blue Devils war das ein Spiel zum wahnsinnig werden. 13:7 Schüsse in Drittel eins, 14:3 Schüsse in Drittel zwei, Spielstand nach 40 Minuten: 1:0 Passau Black Hawks.
Es begann nach Sensation zu riechen in der Weidener Hans Schröpf Arena. Nicht mehr und nicht weniger wäre es nämlich gewesen, hätte der Vorletzte hier die drei Punkte entführt. Auch unter den gegebenen Umständen. Im Schlussdrittel brach das Passauer Bollwerk aber dann schließlich doch noch. Gerade mal 35 Sekunden waren im dritten Drittel von der Uhr getickt da zappelte die Scheibe hinter Fössinger im Netz. Das tschechische Dreamteam Rubes-Heinisch brach den Bann und sorgte für den 1:1 Ausgleich. Das Duo harmoniert derzeit wie zu besten Zeiten, beide klasse drauf im Moment. Dieses Tor schien bei Passau so ein wenig die Hoffnung auf Zählbares zerstört zu haben, vielleicht gingen hinten raus auch die Kräfte aus. Weiden hatte die Black Hawks ganz schön auf Trab gehalten. Mit einem Doppelschlag, jeweils in Überzahl, in der 43. Minute und der 47. Minute sorgten die Blue Devils doch noch für klare Verhältnisse. Für das 2:1 sorgten wieder Heinisch und Rubes und auch am 3:1 waren beide beteiligt. Torschütze da am Ende aber Dominik Piskor, der damit sein Debüt für den EVW mit einem Tor vergoldete. Den Schlusspunkt setzte dann Dennis Thielsch. Er traf ins leere Tor. Empty Net. 59. Spielminute.
Mit dem 4:1 Sieg schieben sich die Blue Devils Weiden wieder an die Tabellenspitze der Oberliga Süd. Weil Rosenheim zeitgleich mit 1:5 gegen Deggendorf unter die Räder kam. Die Starbulls sind jetzt nur noch Dritter. Zweiter, einen Punkt hinter Weiden, sind die Memmingen Indians. Weiter geht’s für die Blue Devils bereits morgen Abend. Dann gastiert der EVW zum Oberpfalzderby in Regensburg. Am Sonntag kommt dann das Schlusslicht der Oberliga Süd, die Landsberg Riverkings, nach Weiden.
(ac)